Einordnung
Zahlen zur Vielfalt in Betrieben: Studien und amtliche Statistiken im Überblick
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Für Vielfalt im Betrieb gibt es keine einzelne Statistik. Die Zahlen stammen aus mehreren amtlichen und wissenschaftlichen Quellen, die Verschiedenes messen: Beschäftigte, Verdienste, Arbeitslosigkeit, Führungspositionen und Diskriminierungserfahrungen. Der Überblick von Vielfalt im Betrieb nennt pro Quelle, was sie misst, welches Jahr der jüngste Wert hat und wo er steht. Die Quellen sind das Statistische Bundesamt, das WSI, die Bundesagentur für Arbeit, das IW und die Antidiskriminierungsstelle des Bundes. Stand: Oktober 2026. (Quelle: destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bevoelkerung/Migration-Integration/_inhalt.html, antidiskriminierungsstelle.gov.de/SharedDocs/downloads/DE/publikationen/Jahresberichte/2024.pdf)
Wie viele Beschäftigte haben eine Einwanderungsgeschichte?
Gut ein Viertel der abhängig Beschäftigten hat eine Einwanderungsgeschichte: 27 Prozent im Jahr 2025. Das Statistische Bundesamt zählt dazu Personen, die selbst oder deren beide Elternteile seit 1950 nach Deutschland eingewandert sind. Die Zahl stammt aus den Erstergebnissen des Mikrozensus 2025. Je nach Beruf liegt der Anteil höher, bei Köchinnen und Köchen etwa bei 56 Prozent. Stand: Oktober 2026. (Quelle: destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bevoelkerung/Migration-Integration/_inhalt.html)
Das Statistische Bundesamt nennt für die gesamte Bevölkerung 21,8 Millionen Menschen mit Einwanderungsgeschichte im Jahr 2025 (Erstergebnisse des Mikrozensus 2025). Stand: Oktober 2026. (Quelle: destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bevoelkerung/Migration-Integration/_inhalt.html)
Wie groß ist der Verdienstunterschied zwischen Frauen und Männern?
Der unbereinigte Gender Pay Gap lag 2025 bei 16 Prozent. Er beschreibt den Unterschied im durchschnittlichen Bruttostundenverdienst von Frauen und Männern, bezogen auf den Verdienst der Männer. Das Statistische Bundesamt meldete den Wert am 16. Dezember 2025. Stand: Oktober 2026. (Quelle: destatis.de/DE/Themen/Arbeit/Verdienste/Verdienste-GenderPayGap/_inhalt.html)
Das Statistische Bundesamt weist neben dem unbereinigten Gender Pay Gap einen bereinigten Wert von 6 Prozent für das Jahr 2025 aus. Dieser Wert vergleicht Frauen und Männer mit ähnlicher Tätigkeit, Qualifikation und Erwerbsbiografie. Die Destatis-Tabelle „Bereinigter Gender Pay Gap nach Gebietsstand und Jahren“ (Stand 16. Dezember 2025) führt für Deutschland 6 Prozent in den Jahren 2023, 2024 und 2025 auf. Stand: Oktober 2026. (Quellen: destatis.de/DE/Themen/Arbeit/Verdienste/Verdienste-GenderPayGap/Tabellen/bgpg-01-gebietsstand.html und destatis.de/DE/Themen/Arbeit/Verdienste/Verdienste-GenderPayGap/_inhalt.html)
Wie viele Frauen führen Betriebe?
Im Jahr 2024 stellten Frauen 45 Prozent aller Beschäftigten in privatwirtschaftlichen Betrieben, aber nur 29 Prozent auf der ersten Führungsebene. Auf der zweiten Ebene waren es 42 Prozent. Das zeigt das GenderDatenPortal des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts der Hans-Böckler-Stiftung (WSI). Die Reihe reicht von 2004 bis 2024; 2004 lag der Anteil auf der ersten Ebene vier Prozentpunkte niedriger. Stand: Oktober 2026. (Quelle: wsi.de/de/mitbestimmung-14620-betriebliche-fuehrungspositionen-nach-fuehrungsebene-14773.htm)
Das GenderDatenPortal des WSI stützt sich auf das IAB-Betriebspanel, eine jährliche repräsentative Arbeitgeberbefragung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. Die Befragung wird nach Angabe des Forschungsdatenzentrums seit 1993 in Westdeutschland und seit 1996 auch in Ostdeutschland durchgeführt. Die Datenseite nennt keine Betriebszahl je Welle. Stand: Oktober 2026. (Quelle: fdz.iab.de/unsere-datenprodukte/betriebsdaten/iab-betriebspanel/)
Wie steht es um schwerbehinderte Menschen im Erwerbsleben?
Die Bundesagentur für Arbeit (BA) veröffentlichte im April 2026 den Bericht „Arbeitsmarktsituation schwerbehinderter Menschen 2025“. Danach waren 2024 rund 1,14 Millionen schwerbehinderte Menschen bei Arbeitgebern mit mindestens 20 Arbeitsplätzen beschäftigt, 1,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Erwerbstätigenquote lag 2024 bei 50,9 Prozent. Die Arbeitslosenquote betrug 2025 12,0 Prozent, bei allen Arbeitslosen waren es 7,6 Prozent. Stand: Oktober 2026. (Quelle: statistik.arbeitsagentur.de/DE/Statischer-Content/Statistiken/Themen-im-Fokus/Menschen-mit-Behinderungen/generische-Publikation/Arbeitsmarktsituation-schwerbehinderter-Menschen.pdf)
Zur Beschäftigungspflicht nennt der BA-Bericht „Arbeitsmarktsituation schwerbehinderter Menschen 2025“ für 2024 rund 181.000 anzeigepflichtige Arbeitgeber. Ein Viertel davon, 45.000, ließ die Pflichtarbeitsplätze vollständig unbesetzt. 36 Prozent oder 65.000 erfüllten die Pflicht teilweise. Die Pflicht selbst regelt § 154 SGB IX, die Details stehen auf der Seite Beschäftigungspflicht für schwerbehinderte Menschen. Stand: Oktober 2026. (Quelle: statistik.arbeitsagentur.de/DE/Statischer-Content/Statistiken/Themen-im-Fokus/Menschen-mit-Behinderungen/generische-Publikation/Arbeitsmarktsituation-schwerbehinderter-Menschen.pdf)
Wie viele ausländische Beschäftigte gibt es?
Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) wertete BA-Daten in einem Kurzbericht vom 21. September 2024 aus. Danach arbeiteten 5,3 Millionen ausländische Beschäftigte in Deutschland, 15,3 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Rund zwei Millionen davon waren in Engpassberufen tätig. Der Bericht nennt als Datenquelle die BA für das Jahr 2024 ohne genaueres Stichtagsdatum. Stand: Oktober 2026. (Quelle: iwkoeln.de/studien/sarah-pierenkemper-fabian-semsarha-lydia-malin-zwei-millionen-auslaendische-fachkraefte-in-engpassberufen.html)
Wie oft erleben Menschen Diskriminierung?
13,1 Prozent der Befragten gaben an, in den zwölf Monaten vor der Befragung Diskriminierung erlebt zu haben. Das ergibt eine Sonderauswertung des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) im Auftrag der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, veröffentlicht im März 2026. Befragt wurden 28.704 Personen in der Haupterhebung 2022. Von den Betroffenen nannten 39,2 Prozent das Arbeitsleben, also Arbeitsplatz oder Stellensuche. Stand: Oktober 2026. (Quelle: antidiskriminierungsstelle.gov.de/SharedDocs/downloads/DE/publikationen/Expertisen/soep_auswertung.pdf)
Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes zählt außerdem Beratungsanfragen, nicht Erlebnisse. Sie erhielt 2024 insgesamt 11.405 Anfragen. Bei einem Drittel der Fälle mit AGG-Merkmal, 33 Prozent, ging es um Arbeitssuche, Bewerbung, Arbeitsplatz oder Ausscheiden. Die Beratungsanfragen zeigen, wo Menschen Rat suchen, nicht, wie verbreitet Diskriminierung ist. Stand: Oktober 2026. (Quelle: antidiskriminierungsstelle.gov.de/SharedDocs/downloads/DE/publikationen/Jahresberichte/2024.pdf)
Worauf achten Sie beim Vergleichen der Zahlen?
Die Zahlen in diesem Überblick stammen aus unterschiedlichen Jahren. Das Mikrozensus-Ergebnis des Statistischen Bundesamts gilt für 2025, die Führungsebenen im WSI-Portal für 2024, die SOEP-Befragung für 2022. Die Schwerbehindertenquote im BA-Bericht bezieht sich auf Ende 2023, weil aktuellere Daten der Schwerbehindertenstatistik nach Angabe der BA nicht vorliegen. Stand: Oktober 2026. (Quelle: statistik.arbeitsagentur.de/DE/Statischer-Content/Statistiken/Themen-im-Fokus/Menschen-mit-Behinderungen/generische-Publikation/Arbeitsmarktsituation-schwerbehinderter-Menschen.pdf)
Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz nennt in § 1 die geschützten Merkmale, an die viele dieser Zahlen anknüpfen. Stand: Oktober 2026. (Quelle: gesetze-im-internet.de/agg/__1.html) Die Gesetze finden Sie auf den Seiten AGG, Frauenanteil und Entgelttransparenz. Ob Vielfalt in Führungsteams mit höherem Gewinn einhergeht, behandelt die Seite Bringt Diversity mehr Rendite?